Freitag, 6. Dezember, 19:30 Uhr

Kressdaach em Kräutercafé

Kategorie: Grunow Tenor Termine
Lesung und Gesang in MundArt zu einem vorweihnachtlichen Dinner

Kressdaach steht vüür d'r Düür.

Lassen Sie sich, meine Damen und Herren, von heimischen Tönen und Klängen in den Festgedanken einführen. Am Nikolaustag - andächtig - in gemütlicher Runde singen, hören, lachen und der Dinge harren, die da kommen sollen, das ist gute alte Tradition. Da ist immer noch das geheimnisvolle Knistern spürbar, das zu unserer Kinderzeit in der Luft lag. Auch die Witzchen, die gerissen wurden, um das Kommen des Heiligen vorzubereiten und die Nervosität zu kaschieren.

Irgendwann steht der Nikolaus doch vor der Tür, kommt herein, spricht, hört zu, versteht, teilt Gaben aus, segnet und verschwindet wie er gekommen ist.

Ordnungsgemäß wird der Nikolausbesuch mit einem wunderbaren Essen gekrönt, das den besonderen Tag aus den anderen heraushebt.

Sowas erleben Sie im Kräutercafé!

Es unterhält Sie gut Dr. Hubert Grunow, Konzertsänger und MundArt-Redner.

Es kocht für Sie fantastisch Frau Saubert und ihr Team.

Bitte melden Sie sich hier an: www.kraeutercafe.com

Telefon: 0175/ 79 160 73

Pressetxt zur neuen CD:

Siegtaler Weihnacht

Weihnachten auf Platt. Die neue Weihnachts-CD: Siegtaler Weihnacht. „D’r Nikkelaus“, „et Chresskind“ und „Ruuetkäppchen“  auf einer  CD, dazu „Chressboomsmöschen“ und Weihrauchnebelbänke  – das kriegt nur einer hin: Hubert Grunow.  Der Konzertsänger und Doktor der Theologie aus Windeck-Rossel hat nach „Chressdaach – traumhaft schön“ einen zweiten Silberling nicht nur, aber vor allem für den Advent produziert. „Siegtaler Weihnacht“ lautet der Titel. Der Mundart nicht Mächtige seien gewarnt: Gesungenes, Gereimtes und Geschwätztes kommen  in kompromisslosem Platt   zu Gehör, ob von Grunow selbst oder  von den Nachbarsjungen Ben(9) und Jon(8) vorgetragen – und von Hansmartin Kleine-Horst am Piano eingeleitet oder begleitet. „De Weihnachtszick lööft aan“, stellt der 61-Jährige zu Beginn fest und empfiehlt, es sich in mucklig warmer Stube im Sessel unter einer Decke bequem zu machen mit einer   Tasse Kakao oder Glühwein in Reichweite. Dann folgt auch schon das Rotkäppchen-Märchen à la Grunow: Großmutter  hat im Windecker Ländchen eine Event-Gastronomie aufgemacht . . . Ein ums andere Mal  treibt die Fantasie lokalcolorierte Blüten,  was  auch bei den „Möschen“ (Spatzen) im Christbaum der Fall ist. Wie sie hineingerieten, wird hier nicht verraten. Mit Witz und Wissen  um Rituale und Bräuche  auf der Feiertagsstrecke  vom Reformationstag bis Heilige  Drei Könige  thematisiert Grunow  außerdem menschliche Eigenarten  und Gemütslagen. Im Verzäll über verblasste Heiligenscheine heißt es: „Gut, wenn man ein Herz hat, Gefühl kann nichts schaden.“ Anrührend  wird es beim  Gedicht über  die innige Begegnung Jons mit dem Nikolaus, unbändige Vorfreude auf  den Winter  drückt sich aus im Liedchen „Kutt eruss, et schneit wie doll“. Feierlich-getragen erklingt Grunows  „Steernensching en kloren Näächten“. Klassisch lässt er das Christkind aus dem  Wald hervortreten.  Dazwischen haben die Weihnachtsgeschichten nach Lukas und Matthäus Platz, natürlich mundartlich adaptiert.  „Maat üch nit en de Butze!“, spricht da der Engel statt „Fürchtet euch nicht!“ Dass Hubert Grunow nicht nur Stimmbildungsunterricht erteilt, sondern auch genossen hat, zeigt sich in sämtlichen Kapiteln mit ausnahmslos selbst verfassten Texten. Köstlich akzentuiert der weibliche Part in Zwiegesprächen,   kraftvoll  der Gesang, fröhlich das hier und da eingelegte Lachen. So mögen manche Plattbegriffe Rätsel aufgeben, doch versteht man immer, worum es geht. Und wenn der Künstler, von  kalten Rauhnächten erzählend, lautmalerisch den Wind heulend ums Haus streichen lässt, ist   man tatsächlich froh, drinnen im Sessel bei Kakao oder Glühwein zu sitzen.

Klaus Heuschötter, Redakteur der Rhein-Sieg-Rundschau