Samstag, 18. Mai, 09:11 Uhr

Das Herz berührt

Kategorie: Grunow Tenor News
Klassik im Siegtaldom

Sonntägliche Festmusik bei den 9. Windecker Sommerabendkonzerten

Nach einem regnerischen Tag öffnet sich der Himmel pünktlich zur Konzertstunde. Abendsonne und Festtagsmusik eifern im Wettstreit, wer wohl schöner das Lob des Schöpfers preisen könne. Je intensiver die warmen Strahlen den Siegtaldom erleuchten, um so eindringlicher schwillt und hebt sich drinnen die Musik.  Barockmusik vom feinsten erfüllt die Halle: "Wassermusik", die heute zu Händels beliebtesten Orchesterwerken zählt, klingt imposant aus den Hörnern des „Bergischen Waldhornoktetts“. Mit G. F. Händels Duett „Komm, süße Freiheit“ betreten die Konzertsänger, Marianne Haupt (Mezzo) und Hubert Grunow (Tenor), die Kirche vom Hauptportal her. Zur edlen Musik von Geige, Harfe, Flöte und Flügel eröffnen sie den musikalischen Abendreigen. Zum Gesang übernimmt Hubert Grunow auch den sprechenden Part: eine stimmige Moderation des Abends mit ausgesuchten, vertiefenden Versen des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe. In wundervollen Arien und Duetten der romantischen Literatur: z.B. Mendelssohn-Bartoldy, „Ich wollt, meine Lieb ergösse sich“ und „Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringt“, wechselt Vocalmusik mit Instrumentalmusik wie dem „Pilgerchor“ aus Wagners Oper Tannhäuser (Hörner), Carola Pinders (Harfe) eigene Komposition „Prière“ und Ferdinand Ries’ (Violine) Interpretation der „Meditation“ aus Massenets Oper ‚Thais’. Der junge Künstler aus Rosbach gewinnt mit Charme und schon beachtlicher Fertigkeit die Gunst eines großen und interessierten Publikums dann noch einmal mit der unbegleiteten und wilden „Obsession“ von Ysaye.

Der Abend ist eben nicht immer nur die Zeit seliger Ruh’, sondern auch ist Schlafes Bruder der Tod. Im „Dies irae, dies illae“ – Motiv, im von allen mitgesungenen Eichendorff-Lied „O Täler weit, o Höhen“ und auch in Goethes „Wanderers Nachtlied“  schwingt  bei aller Gewissheit auch der Schmerz mit. Im Konzert wurde die Seele so feierlich erhoben, in ihre Grenzen gesetzt, in ihren Abgrund begleitet und endlich in ihre Auferstehung.

Das österliche Finale hob an mit archaischen Klängen aus Alfons Gaisbauers (Leiter des Hörneroktetts) Alphorn zum Waldhornchor des „Amazing grace“. Das „Jerusalem“ von Adams bot das Trio Celeste (Haupt, Grunow und Dörte Behrens am Flügel) so klanggewaltig und schön, dass es nur noch von der von allen mitgesungenen Elgar- Hymne „Klänge der Freude“ überboten werden konnte. Gewachsene Gänsehaut verteilte sich weithin bei Humperdincks „Abendsegen“. „Klassik im Siegtaldom“ war versprochen worden und wurde eingehalten! Ein Konzert voller Können, Zärtlichkeit, Demut vor der Musik, Liebe und Andacht endete mit minutenlangem Beifall und standing ovations. (Infos www.grunow-tenor.de )

(Mitteilungsblatt für die Gemeinde Windeck)