Segnung und Segensfeier


Segnen heißt auf lateinisch "bene-dicere", d.h. gut sagen. Jeder sollte sich und seine Lieben segnen, so häufig es geht, ob sie direkt vor mir stehn oder aber vor meinem geistigen Auge. Und segnen kann jeder! Immer wieder am Tag, wenn mir jemand durch den Kopf oder vielleicht besser durch's Herz geht, sei es, dass er Probleme hat, eine Prüfung vor der Nase hat, einen lieben Menschen verloren hat oder gerade bei mir war zur Beratung, segne ich ihn. Ich empfehle ihn der Liebe Gottes, dass sein Leben gelingt, seine Vorhaben, dass der schwere Verlust ihn nicht völlig resignieren läßt, dass zu starke Wut ihn nicht auffrisst. Ich segne auch meine lieben Verstorbenen oder jemanden, von dessen Leiden, Sterben oder Tod ich gerade höre. Für mich sind diese Menschen alle ganz nah, ihre Seelen, möchte man vielleicht lieber sagen, was aber für mich auf dasselbe hinausläuft. Ich habe manchmal den Eindruck, als wären sie nur einen Schritt von mir entfernt, einen Schritt, den ich aber (noch) nicht tun kann, ein Schritt in eine andere Dimension.

Wichtig ist für mich das Gefühl, dass ich mit allen verbunden bin, an die ich gerade liebevoll denke. Mit dem Segen möchte ich ihnen meine, d.h. besser göttliche Unterstützung geben. Im Segnen engagiere ich mich für sie. Sie sind mir nicht gleichgültig.

Und im Vorgang des Segnens mache ich mich auch selber ein Stückchen besser. Statt jemandem zu grollen oder ihn zu verfluchen, was manchmal vom Gefühl her eher angebracht wäre, diszipliniere ich mich: Ich möchte meine Seele nicht zu einer Mördergrube verkommen lassen! Also, sobald sich Zorn oder Wut gelegt hat, denen ich natürlich auch mal Luft machen darf, begebe ich mich wieder in den Modus des Segnens, weil ich den/die anderen ja nicht kreuzigen will, auch wenn ich mich lieber von ihm fern halte, eine Meile dazwischen lege. Das mag hier oder da vielleicht gnädiger sein.

Manche Eltern möchten solch eine Segensfeier für ihr Kind. Sie zögern, ihr Kind taufen zu lassen, d.h. es direkt einer bestimmten Konfession zuzuordnen. Es soll sich irgendwann selber entscheiden, ohne sich dann von einer bestimmten religösen Prägung verabschieden zu müssen. Einige junge Eltern haben schlechte Erfahrungen gemacht mit ihrer Kirche. Andere möchten weder sich, noch ihre Kinder in ein zu festes weltanschauliches Korsett einspannen. Aber ihr Kind soll gesegnet sein. Es soll unter dem Schutz des liebenden christlichen Gottes stehen und gehen wie unter einem großen bunten Hut. Es soll ein Beziehungsnetz von wohlgesinnten Menschen erfahren, die jederzeit bereit sind, es aufzufangen. Unterm Strich: Es soll dem Kind gut gehen!

Sprechen Sie mich an!

Segnung von Kian

Die Segnung unseres Sohnes war für uns ein sehr emotionales Ereignis. Das rundum gelungene Fest mit schönem Gesang und liebevoller Führung von Hubert Grunow bleiben uns stets in guter Erinnerung.

Mit besten Grüßen in die Heimat

Valentina, Christian und Kian